Forschung und Entwicklung1
Unsere Forschung und Entwicklung (F&E) ist der Innovationsmotor von Beiersdorf und damit der Schlüssel zu unserem Erfolg. Unsere Innovationskraft ist fest in unserer unternehmerischen DNA verankert – und ermöglicht uns, mit immer neuen, wegweisenden Innovationen die Ansprüche unserer Verbraucher*innen zu antizipieren und zu erfüllen. Unser Erfolgsrezept: Wir kombinieren unsere Wissenschaftsexpertise mit zukunftsweisenden Technologien. Ebenso evaluieren und ergänzen wir unsere Forschungsaktivitäten regelmäßig.
Für jeden Unternehmensbereich formulieren wir klare Fokusthemen mit unterschiedlichen Schwerpunkten:
- Im Unternehmensbereich Consumer kreieren wir wirkungsvolle Hautpflegeinnovationen. Das fundierte Wissen um die Haut sowie unsere Verbraucher*innen steht immer im Mittelpunkt unserer Forschungsarbeit.
- Im Unternehmensbereich tesa treiben wir die Entwicklung innovativer Klebebänder und selbstklebender Produktlösungen voran. Unsere Klebelösungen tragen dazu bei, die Arbeit, die Produkte oder das Leben unserer Kunden zu verbessern.
Zum 31. Dezember 2024 beschäftigten wir bei Beiersdorf in der Forschung und Entwicklung weltweit 1.841 Mitarbeitende (Vorjahr: 1.686). Davon waren 1.165 (Vorjahr: 1.026) im Unternehmensbereich Consumer und 676 (Vorjahr: 660) im Unternehmensbereich tesa tätig.
Unsere Aufwendungen in die Forschung und Entwicklung steigerten wir im Vergleich zu den Vorjahren erneut. Das Volumen lag zum Geschäftsjahresende bei 354 Mio. € (Vorjahr: 320 Mio. €) – dies entspricht einem Plus von 10,4 % im Vergleich zum Vorjahreswert. Von der Gesamtsumme entfielen 270 Mio. € (+12,1 %) auf den Unternehmensbereich Consumer und 84 Mio. € (+5,4 %) auf den Unternehmensbereich tesa.
Consumer
Consumer
Herausragende Hautpflegeforschung
In unserem gesamten Innovationsprozess sind Hautexpertise und Wissenschaft von entscheidender Bedeutung. Sie bilden das Fundament für unseren Anspruch, Innovationsführer in der Hautpflege zu sein. Mit der ersten stabilen Wasser-in-Öl-Emulsion der Welt haben wir 1911 die moderne Hautpflege erfunden – und setzen seitdem immer wieder neue Maßstäbe. Unser wissenschaftliches Knowhow ermöglicht es uns, die komplexen Prozesse der Haut immer weiter zu entschlüsseln und unsere eigenen charakteristischen Inhaltsstoffe zu entwickeln, die mit der Haut arbeiten. Sei es mit Q10, unserem ersten Anti-Aging-Hautpflegewirkstoff, mit Thiamidol®, dem effektiven Wirkstoff gegen Hyperpigmentierung, oder mit Epicelline®, dem ersten epigenetisch aktiven Inhaltsstoff, der die Altersuhr in den Hautzellen zurückdreht. Mit unserem Schwerpunkt in der Mikrobiomforschung arbeiten wir an einem nächsten Meilenstein im Hinblick auf die Hautgesundheit.
Im Berichtsjahr erzielten wir mit unserer intensiven Forschungsarbeit abermals relevante Ergebnisse:
- Eine wegweisende Innovation im Anti-Aging-Bereich gelang uns basierend auf unserer mehr als 15-jährigen Forschungsexpertise auf dem Gebiet der Epigenetik – einem Bereich der Biowissenschaften, der beschreibt, wie Lebensstil und Umwelt unsere Zellfunktionen und damit auch die Mechanismen der Hautalterung beeinflussen können. Die Epigenetik birgt für uns einen wichtigen Schlüssel, um relevante neuartige Pflegeansätze für eine substanzielle Verjüngung der Haut zu entwickeln. Mithilfe unserer im Jahr 2021 patentierten, hautspezifischen „Age Clock“-Technologie identifizierten wir mit Epicelline® unseren ersten Wirkstoff, der das epigenetische Muster der Haut positiv moduliert: Die biologischen Prozesse der Hautzellen werden wieder aktiviert und die Leistung der Hautzellen verbessert. So schafft es Epicelline®, das biologische Alter der Haut und Zeichen der Hautalterung umzukehren. Mit dem Eucerin Hyaluron-Filler Epigenetic Serum brachten wir im abgelaufenen Geschäftsjahr das erste Produkt auf den Markt, das unseren epigenetischen Wirkstoff Epicelline® enthält. Mehr dazu im Abschnitt „Produkt-Highlights“. Die neue Generation unserer hautspezifischen „Age Clock“ haben wir im Berichtsjahr in einem renommierten wissenschaftlichen Journal veröffentlicht. Mit der „Age Clock“-Technologie der zweiten Generation sind wir nun in der Lage, neben dem biologischen Alter unserer Haut auch die phänotypische Alterung, also das visuelle Gesichtsalter einer Person, anhand einer biologischen Probe genau zu bestimmen und direkt mit dem epigenetischen Muster der Haut zu verknüpfen. Um Hautalterungsmerkmale präzise vorherzusagen und neue Einblicke in die Mechanismen der Hautalterung zu gewinnen, wurden DNA-Methylierungsmuster bei über 370 Teilnehmerinnen analysiert.
- Die Forschung an unserem patentierten Wirkstoff gegen Hyperpigmentierung, Thiamidol®, setzten wir im Geschäftsjahr 2024 ebenfalls fort. Die hohe Wirksamkeit der Thiamidol®-haltigen Produkte wurde bislang in mehr als 110 in-vivo-Studien mit etwa 8.500 Teilnehmenden aller Hauttypen bestätigt. Diese Erkenntnisse waren die Grundlage für zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen. Sie belegen, dass mit Thiamidol® alle Formen der erworbenen Hyperpigmentierung behandelt werden können, darunter Melasmen im Gesicht, Altersflecken an den Armen und Händen sowie Akneflecken. Entscheidend hierfür ist, dass der Wirkstoff an der Ursache ansetzt: Er hemmt das für die Melaninproduktion zuständige Enzym in den Hautzellen, die sogenannte Tyrosinase. Einen besonderen Meilenstein erreichten wir mit Thiamidol® zum Ende des Geschäftsjahres, als wir von der chinesischen National Medical Products Administration (NMPA) das Zulassungszertifikat für den Wirkstoff in China erhielten. Die Zulassung ist ein weiterer Beweis für unseren Pioniergeist und unsere Innovationskraft – und sie ermöglicht uns Zugang zu einem der wichtigsten strategischen Wachstumsmärkte unserer „Win with Care“-Strategie. Seit 2021 war der Wirkstoff für die chinesischen Konsument*innen nur im grenzüberschreitenden E-Commerce erhältlich. Die behördliche Zulassung von Thiamidol® in China ist der erste Schritt auf dem Weg zur vollständigen Zulassung der Endprodukte für den Vertrieb auf dem chinesischen Binnenmarkt.
- Die Hautmikrobiomforschung ist für uns ein weiterer zentraler Schwerpunkt, auf deren Gebiet wir seit vielen Jahren intensive Arbeit leisten. Unser Hauptanliegen: das Hautgleichgewicht wiederherzustellen und Verbraucher*innen mit zu Akne neigender Haut nachhaltig zu helfen. Die besondere Relevanz dieses Forschungsfelds wird insbesondere dadurch unterstrichen, dass Akne eine der am häufigsten diagnostizierten Indikationen bei Hautärzt*innen ist und rund jede fünfte Person ab 16 Jahren darunter leidet. Ein wichtiger strategischer Partner für diese Forschung ist das belgische Unternehmen S-Biomedic, das wir im Jahr 2022 übernommen haben. Unser Ziel ist es, künftig neuartige Hautpflegeprodukte anbieten zu können, die speziell zu Akne neigende Haut zurück ins Gleichgewicht bringen.
- Die Forschung an unserem innovativen Anti-Aging-Wirkstoff Coenzym Q10, den wir vor 26 Jahren erstmals auf den Markt brachten, führten wir im Berichtsjahr weiter fort. Durch die Kombination von drei hochentwickelten mikroskopischen Techniken – die sogenannte Fluoreszenzlebensdauer-Mikroskopie (fluorescence lifetime imaging microscopy, FLIM), die Elektronenmikroskopie (electron microscopy, EM) und die Rastertransmissionselektronenmikroskopie (scanning transmission electron microscopy, STEM) – machten wir unsere Zellenergie stimulierende Wirkung von Q10 in Hautzellen sichtbar. Die Ergebnisse, die Teil einer Forschungskooperation mit der Uniklinik Ulm waren, wurden im Berichtsjahr im Fachmagazin Frontiers in Bioscience-Landmark veröffentlicht.
- Eine weitere Anti-Aging-Innovation entwickelten wir im Berichtsjahr mit dem Anti-Glykations-Wirkstoff NAHP (N-Acetyl-L-Hydroxyprolin). Nach rund zehnjähriger Forschungsarbeit gelang es einem Beiersdorf Team, den sogenannten Glykationsprozess der Haut zu entschlüsseln und mit NAHP – nach rund 1.700 getesteten Substanzen – einen Wirkstoff gegen die Hautalterung zu finden, die unter anderem durch Zucker ausgelöst werden kann. Glykation ist eine natürliche chemische Reaktion, bei der sich Zuckermoleküle mit Proteinen oder Lipiden verbinden. Dies führt in der Haut zur Bildung von sogenannten Advanced Glycation Endproducts (kurz: AGE), die die hauteigenen Kollagen- und Elastinfasern schwächen und dazu beitragen können, dass die Haut an Spannkraft und Elastizität verliert; eine wesentliche Ursache für vermehrte Faltenbildung. NAHP reduziert diesen Prozess. Es neutralisiert Zuckermoleküle, bevor sie sich an Proteine oder Lipide binden und so die Haut schädigen können. Beiersdorf hat zu diesem Wirkstoff mehrere wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht. Im Geschäftsjahr wurde NAHP in einem neuen Anti-Aging-Produkt auf den Markt gebracht: Die innovative Formel des NIVEA Q10 Dual Action Serums kombiniert GLYCOSTOP® mit dem Anti-Falten-Wirkstoff Q10. Mehr dazu im Abschnitt „Produkt-Highlights“.
- Seit mehr als vier Jahrzehnten ist die Entwicklung und Akzeptanz von modernen, tierversuchsfreien Testmethoden zur Sicherheitsbewertung ein bedeutender Teil unserer Forschungsarbeit. Mit diesem Engagement wollen wir die Sicherheit unserer Inhaltsstoffe und Produkte nachweisen und den Weg zu neuen Branchenstandards ebnen. Einen besonderen Erfolg erzielten wir zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (Fraunhofer IGB) mit der Entwicklung eines sogenannten 3D-Reporterhautmodells. Mithilfe dieses Modells können chemische Substanzen schnell und präzise auf toxische Wirkungen getestet werden – an 3D-Zellkulturmodellen, ohne jegliche Mittel tierischen Ursprungs. Diese Neuentwicklung markiert einen signifikanten Fortschritt im Bereich alternativer Testmethoden: Sie schließt bestehende Lücken hinsichtlich ihrer Anwendungsmöglichkeiten und bietet erhebliche Vorteile, was ihre Aussagekraft betrifft. Einsetzen lässt sich das neue Modell bei der Untersuchung sensibilisierender Substanzen, also Stoffen, die bei Kontakt mit der Haut eine (allergische) Reaktion hervorrufen könnten – von Kosmetika über Pharmazeutika bis hin zu Farben oder Reinigungsmitteln. Diese Forschungsergebnisse wurden bereits Anfang des Jahres 2024 in einer gemeinsamen Publikation in der Fachzeitschrift Toxicology veröffentlicht. Zudem erhielten wir für das Reporterhautmodell von der Hansestadt Hamburg den Forschungspreis für Alternativen zum Tierversuch. Doch mit diesem Erfolg ist die Arbeit noch nicht abgeschlossen: Über eine Projektförderung der International Collaboration on Cosmetics Safety (ICCS) geht es nun daran, das Reporterhautmodell als standardisierte und anerkannte Alternativmethode zu validieren. Beiersdorf ist Gründungsmitglied der ICCS, einer global agierenden Initiative aus mehr als 35 Kosmetikherstellern und -lieferanten, Verbänden sowie NGOs, die gemeinsam das Ziel verfolgen, die Akzeptanz tierversuchsfreier Methoden in der Sicherheitsbewertung kosmetischer Produkte auf globaler Ebene zu erhöhen.
- Die Sicherheit und Qualität unserer Produkte stehen für uns an erster Stelle. Einen wichtigen Meilenstein erreichten wir in unseren F&E-Health-Care-Abteilungen mit der übergreifenden Anpassung unserer Health Care-Produkte von der europäischen Medizinprodukterichtlinie (Medical Devices Directive, MDD) auf die neue Medizinprodukteverordnung (Medical Devices Regulation, MDR) mit deutlich erhöhten und strengeren Anforderungen. Diese Anpassung bedeutet für uns die Aufrechterhaltung der höchsten Standards in Bezug auf die Produktsicherheit und -qualität. Die neue EU-Verordnung zielt darauf ab, die Patient*innensicherheit zu erhöhen, indem sie die Analysen vor dem Inverkehrbringen verschärft, die Überwachung nach dem Inverkehrbringen verbessert und strengere Anforderungen an den klinischen Nachweis durchsetzt. So wird sichergestellt, dass Medizinprodukte modernen Standards in Bezug auf Sicherheit, Qualität und Innovation entsprechen. Für die erfolgreiche Anpassung war es notwendig, unsere technische Dokumentation zu überarbeiten, die Risikomanagementverfahren zu aktualisieren, zusätzliche klinische Bewertungen durchzuführen und sicherzustellen, dass alle Produkte die strengeren Klassifizierungskriterien erfüllen. Dies garantiert nicht nur die Einhaltung neuer EU-Rechtsvorschriften, sondern unterstreicht auch unser Engagement für die Bereitstellung sicherer, wirksamer und zuverlässiger Produkte für unsere Verbraucher*innen weltweit.
Die Ergebnisse unserer Forschung und Entwicklung sowie unser geistiges Eigentum schützen wir bei Beiersdorf im Rahmen globaler Patente. Im Verlauf des Geschäftsjahres 2024 meldeten wir über 90 neue Patente an (Vorjahr: 60). Unser weltweites Patentportfolio umfasste zum 31. Dezember 2024 insgesamt 1.638 aktive Schutzrechte (Vorjahr: rund 1.500). Weitere rund 800 Patentanträge (Vorjahr: 600) waren zum Stichtag noch im laufenden Erteilungsverfahren. Die Zahlen verdeutlichen, dass wir unsere Innovationskraft im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern konnten. Parallel dazu trieben wir über unsere neue Patentstrategie, die im Jahr 2024 verabschiedet wurde, die geografische Ausweitung unseres Patentportfolios voran.
Nachhaltigkeit als Quelle für Innovation und Wachstum
Nachhaltigkeit ist fest in unserer Innovationsarbeit verankert und wird von uns durch intensive Forschungsarbeit, häufig in Zusammenarbeit mit strategischen Partnern und Lieferanten, gezielt vorangetrieben. Unser Credo: Unsere Produkte sollen nicht nur höchsten Ansprüchen an Sicherheit, Qualität und Wirksamkeit entsprechen, sondern auch einen Beitrag zu einer besseren Zukunft leisten. Unser Ziel ist es, unseren ökologischen Fußabdruck zu minimieren und unseren positiven Beitrag für die Gesellschaft zu maximieren. Dabei sind Produktinnovationen ebenso wie die Adaption von Inhaltsstoffen, Formeln und Verpackungen ein zentrales Element. In diesem Sinne treiben wir die Transformation unseres kompletten Marken- und Produktportfolios voran. Dies bedeutet, dass wir bei jedem (Bestands-)Produkt intensiv daran arbeiten, es so nachhaltig wie möglich zu gestalten.
Im Bereich der Verpackungen orientieren wir uns an den vier Prinzipien der Nachhaltigkeit: „vermeiden, reduzieren, wiederverwenden und recyceln“. Das bedeutet konkret, dass wir bevorzugt nachhaltigere, biologisch abbaubare und erneuerbare Materialien verwenden und recycelte Rohstoffe integrieren, wo immer es möglich ist. Ergänzend dazu forcieren wir es, den Materialeinsatz zu minimieren und Alternativen zu erdölbasiertem Neukunststoff zu nutzen. Diese Anstrengungen unternehmen wir, um – ganz im Sinne unseres F&E-Nachhaltigkeitsversprechens und unserer CARE BEYOND SKIN Nachhaltigkeitsagenda – unsere Vision einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft zu etablieren. Wir haben uns im Bereich der Verpackungen ambitionierte Ziele gesetzt, die in der „Nichtfinanziellen Erklärung“ näher aufgeführt sind.
Neben den Verpackungen sind auch die Inhaltsstoffe, die wir für unsere Hautpflegeprodukte nutzen, ein wichtiger Hebel, um unseren ökologischen Fußabdruck zu verbessern und die Kreislauffähigkeit unserer Produkte zu stärken. Um unserem Nachhaltigkeitsanspruch gerecht zu werden, aktualisieren wir unsere Rohstoffstrategie regelmäßig – und arbeiten kontinuierlich an der Formulierung unserer Produkte. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz und die Einführung digitaler Arbeitsabläufe im Labor helfen uns dabei. Denn dank KI-gestützter Erkenntnisse können Zusammensetzungen so abgestimmt werden, dass sie auf einer effektiven Kombination von Inhaltsstoffen basieren und zugleich andere leistungsstarke Vorteile bieten.
Kollaboration fördert die Innovationskraft
Beiersdorfs internationaler Erfolg ist geprägt von strategischer Kollaboration ausgewiesener Expert*innen ihres Felds. Wir sind fest davon überzeugt, dass relevante und transformative Innovationen an den Schnittstellen entstehen, wo Disziplinen und Fachwissen zusammentreffen, um mit neuen, kreativen Ideen über den Status Quo hinauszugehen. In dieser Tradition kombinieren wir selektiv externes mit unserem eigenen, internen Wissen und nutzen dieses komplementäre Know-how, um gemeinsam neue Standards in der Hautpflege zu setzen. Unser starkes globales Kollaborationsnetzwerk umfasst zahlreiche Partner – darunter unterschiedliche renommierte Forschungsinstitute, Universitäten, Start-ups, unabhängige Wissenschaftler*innen und Lieferanten.
Ein Beispiel für unser Engagement in der Forschung ist unsere strategische Partnerschaft, die wir im Berichtsjahr mit dem US-amerikanischen Biotechnologieunternehmen Rubedo Life Sciences eingingen. Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht die Erforschung und Validierung neuartiger, entzündungshemmender und senolytischer Wirkstoffe, die konkret auf die zelluläre Seneszenz und das Eliminieren von seneszenten Zellen [lat. senescere = alt werden, altern] abzielen. Seneszente Zellen treten mit zunehmendem Alter vermehrt auf und schütten entzündliche Botenstoffe aus, die zu altersbedingten Hautveränderungen und -krankheiten beitragen können. Gemeinsam wollen wir gezielte Interventionen entwickeln, die nicht nur die Haut verjüngen, sondern auch grundlegende Alterungsmerkmale angehen. Wir sehen in dieser Initiative großes Potenzial, unser Verständnis der zellulären Alterungsprozesse weiter zu verbessern und so innovative Lösungen für die Hautverjüngung zu entwickeln. Ergänzend zur Partnerschaft sind wir auch als strategischer Investor bei Rubedo eingestiegen. Über unsere Oscar & Paul Corporate Venture Capital Unit beteiligten wir uns an der jüngsten Serie-A-Finanzierungsrunde.
Eine weitere wichtige und auf mehrere Jahre angelegte Partnerschaft starteten wir mit dem US-amerikanischen Biotechnologie-Start-up Macro Biologics – und zwar im Bereich der antimikrobiellen Forschung. Unsere Zusammenarbeit wird sich darauf konzentrieren, die hochwirksamen und biologisch abbaubaren antimikrobiellen Peptide von Macro Biologics – genannt „Amicidine“ – in unserer Produkt- und Formelentwicklung zu nutzen. Amicidine sind gegen eine Vielzahl von Bakterien wirksam und können somit dazu beitragen, Hautirritationen zu lindern oder das Hautbild zu verbessern. Darüber hinaus sind sie für die frühzeitige lokale Anwendung zur Prävention von Wundinfektionen konzipiert. Wir wollen gemeinsam hochwirksame, sichere und nachhaltige Lösungen für eine Vielzahl von Anwendungsbereichen im gesamten Beiersdorf Markenportfolio entwickeln, vor allem in der dermatologischen Hautpflege und in der Wundversorgung. Auf diese Weise unterstreichen wir einmal mehr unseren Anspruch, kontinuierlich revolutionäre und nachhaltige Innovationen anzubieten. Auch in diesem Fall haben wir uns ergänzend zur strategischen Partnerschaft über unsere Oscar & Paul Corporate Venture Capital Unit als Investor bei Macro Biologics engagiert.
Unsere strategische Allianz mit dem renommierten Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) haben wir im Berichtsjahr weiter ausgebaut. Mit einer neuen Forschungskooperation verfolgen wir das gemeinsame Ziel, die Hautkrebsprävention zu verbessern. Zusammen wollen wir die Entwicklung der Sonnenschutz-Lösungen der nächsten Generation vorantreiben, die Öffentlichkeit über den korrekten Gebrauch von Sonnenschutz aufklären und eine gemeinsame Hautkrebspräventionsberatung am DKFZ etablieren. Die Kooperation, die für einen Zeitraum von mindestens drei Jahren angelegt ist, umfasst ein gemeinsames Forschungsbudget von bis zu 3,6 Millionen Euro.
Eine weitere Partnerschaft etablierten wir im Berichtsjahr mit dem Schweizer Medizintechnik-Unternehmen Hamilton Bonaduz. Das Ziel der Zusammenarbeit ist es, die Effizienz und Effektivität in Bezug auf die Generierung mikrobiologischer in-vitro-Produkt-Claims und der Findung und Qualifizierung antimikrobieller Wirkstoffe zu maximieren, um so unsere Innovationsfähigkeit zu stärken. Hamilton Bonaduz automatisierte im Rahmen der Partnerschaft unsere modernen mikrobiologischen Methoden, indem sie diese auf eine neue, leistungsstarke Roboterplattform übertrugen. Dies ermöglicht uns eine standardisierte Teil- bis Vollautomatisierung von mikrobiologischen Tests vom Inhaltsstoff bis zur Endformel, in Lösung oder auf biologischen Oberflächen in vitro. Die mikrobiologische Automatisierung ist für uns ein wichtiger Schritt hin zu einer verbesserten Datenqualität und -quantität, die den Weg zu einer Vorhersage der Produktleistung in vivo auf der Grundlage von in-vitro-Daten unter Verwendung digitaler Werkzeuge wie künstliche Intelligenz (KI) ebnet. Zukünftig soll die Zusammenarbeit mit Hamilton Bonaduz auf die Automatisierung von zellbiologischen oder biotechnologischen Prozessen ausgeweitet werden.
Auch im Bereich der Hochschul-Kooperation sind wir im Geschäftsjahr neue Partnerschaften eingegangen. Unser Forschungsbündnis mit der Fachhochschule Coburg hat zum Ziel, die komplexen biologischen Prozesse der Hautalterung weiter zu erforschen. Mit Hilfe sogenannter Omics-Daten, also der Analyse tausender molekularer Merkmale wie Proteine und Stoffwechselprodukte, wollen wir gemeinsam Stoffwechselprozesse aufklären, die bei der Hautalterung eine wichtige Rolle spielen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen genutzt werden, um künftig noch effektivere Produktlösungen im Bereich der Hautverjüngung zu entwickeln.
Eine bedeutende Forschungskooperation gingen wir Ende 2024 mit der US-amerikanischen Columbia University mit Sitz in New York ein. Die auf fünf Jahre angelegte Zusammenarbeit wird von Beiersdorf mit bis zu 1 Million Euro pro Jahr unterstützt. Dabei sind insbesondere die Gebiete „Aging“ und „Skin of Color“ von Interesse, für die die Arbeitsgruppen der Columbia University Projektvorschläge einreichen können, und von denen im Anschluss die vielversprechendsten gefördert werden. Gestartet wurde mit einem Pilotprojekt zur Etablierung und Charakterisierung eines neuartigen in-vitro-Faltenhautmodells.
Mit unserem langjährigen Forschungskooperationspartner der Polytechnischen Universität Marche im italienischen Ancona entwickelten wir im Jahr 2024 einen Vertiefungskurs, der unsere Hautforschungsexpertise mit der Fakultät für Biowissenschaften der Universität in Ancona vereint. Studierende erhalten in dem im Mai 2025 startenden Kurs ein tiefgreifendes Verständnis der Hautwissenschaften, gepaart mit relevanten Fertigkeiten und Fähigkeiten, die für eine erfolgreiche Karriere in der Hautwissenschaft relevant sind. Die maximal zwölf Studierenden pro Jahrgang erwartet zunächst eine theoretische Ausbildung im Bereich Hautwissenschaft mit vier Theoriekursen an der Universität in Ancona zu den Themen Einführung in die Hautbiologie und Hautalterung, Redoxbiochemie der Haut, Seneszenz und Anti-Aging, sowie experimentelle Modelle/Photoprotektion/Cosmeceuticals. Anschließend werden die Kenntnisse in einer dreimonatigen Praxisphase im Bereich Biological Testing bei Beiersdorf vertieft. Nach erfolgreicher Beendigung des Programms erhalten die Studierenden ein Abschlusszertifikat durch die Universität Ancona.
Starkes Forschungsnetzwerk
Wir sind davon überzeugt, dass die globale Präsenz unserer Forschung und Entwicklung einen maßgeblichen Beitrag zu unserem Unternehmenserfolg leistet. Dieses starke Forschungsnetzwerk versetzt uns in die Lage, weltweit unterschiedliche Forschungsschwerpunkte zu setzen und im engen Austausch voneinander zu lernen. Gleichzeitig sind wir durch die unterschiedlichen Standorte ein entscheidendes Stück näher an den spezifischen lokalen und regionalen Bedürfnissen unserer Konsument*innen. Geleitet wird unser verbraucherzentrierter Ansatz von der „Jobs-to-be-Done“-Methode, nach der es nicht allein um die Bedürfnisse geht, sondern um die Aufgaben (d. h. „Jobs“), die unsere Verbraucher*innen in Bezug auf ihre Haut von unseren Produkten erfüllt haben wollen.
Größter Standort unseres globalen Forschungs- und Entwicklungsnetzwerks ist unser Hautforschungszentrum in Hamburg, Deutschland. Hier beschäftigten wir zum 31. Dezember 2024 insgesamt 857 (Vorjahr: 757) Mitarbeitende und betrieben in erster Linie die wichtige anwendungsorientierte Forschung. Es ist unser klares Bestreben, mit unserer Forschung die biologischen Prozesse der Haut noch besser zu verstehen. Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen und durch den Einsatz von Spitzentechnologien wie KI, verfolgen wir die Entwicklung neuer, bedarfsgerechter und innovativer Lösungen unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeit in Rezeptur und Verpackung.
Das Beiersdorf Study Center ist zentraler Bestandteil unseres Hautforschungszentrums in Hamburg, Deutschland. Mit ihm stellen wir sicher, dass jedes neue Produkt unseren hohen Standards an Produktqualität, -sicherheit und -verträglichkeit entspricht – und zwar ergänzend zu den Tests, die wir durch externe Institute vor jeder Markteinführung durchführen lassen. Das Study Center umfasst über 30 Studienräume und eine Gesamtfläche von rund 1.800 qm. Die Studiendesigns und Messmethoden variieren stark. In sogenannten „Hot Rooms“ testen wir beispielsweise die Verlässlichkeit von Deos, im „Black Room“ weisen wir ultraschwache Photonenemissionen nach. Mit Lasermikroskopie untersuchen wir wiederum den Effekt von hautglättenden Produkten. Das gesamte Study Center ist zudem mit einer Klimatechnik ausgestattet, die die präzise Einhaltung von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Sonneneinstrahlung simulieren kann. Im Berichtszeitraum haben wir im Hamburger Study Center rund 500 Studien mit etwa 10.200 Teilnehmenden durchgeführt (Vorjahr: rund 300 Studien mit etwa 8.500 Teilnehmenden). Extern führten wir im Jahr 2024 weitere rund 1.420 Studien mit etwa 40.600 Teilnehmenden durch (Vorjahr: rund 700 Studien mit etwa 20.000 Teilnehmenden).
Ergänzend zu unserem global bedeutenden Hautforschungszentrum in Hamburg umfasst unser internationales Forschungs- und Entwicklungsnetzwerk zwei weitere große Innovationszentren – in China (Shanghai) und den USA (New Jersey) – sowie Entwicklungslabore in Brasilien, Indien und Japan. Diese verschiedenen Standorte ermöglichen es uns, auf die kulturellen, ästhetischen und klimatischen Gegebenheiten vor Ort besser einzugehen und Produkte zu entwickeln, die den lokalen Bedürfnissen und Präferenzen entsprechen. Gleichzeitig können wir durch dieses Netzwerk am globalen Innovationsgeschehen teilnehmen und finden Zugang zu lokalen Talenten, die wertvolle Impulse und Erkenntnisse für unsere Forschungs- und Entwicklungsarbeit liefern.
Unser Innovationszentrum in Shanghai, China, das im Juli 2020 eröffnet wurde, ist mit rund 7.500 qm und rund 90 Mitarbeitenden der zweitgrößte Forschungsstandort. Hier konzentrieren wir uns insbesondere auf die Entwicklung von Premium-Gesichtspflege und umweltfreundlichen, leistungsstarken Produkten für den asiatischen Markt sowie die Beschleunigung der Entwicklungsprozesse durch Digitalisierung und KI. Das Innovationszentrum erzielte bei der Umsetzung der Innovationsstrategie für China im Berichtsjahr bedeutende Fortschritte. Ein besonderer Meilenstein war die Entwicklung des NIVEA LUMINOUS 630 Professional Anti-Spot Multi-Brightening Super Serums. Es wurde im April 2024 online auf den chinesischen Markt gebracht und soll das große Potenzial für hauttonaufhellende Produkte weiter ausschöpfen. Um Beiersdorf als führenden Innovator im Bereich der Hyperpigmentierung zu positionieren, die Markteinführung des Serums zu begleiten und Thiamidol® als herausragenden Wirkstoff zur Aufhellung des Hauttons in China den Weg zu ebnen, veranstaltete das Team des Innovationszentrums in Shanghai erstmals vor Ort ein wissenschaftliches Symposium. Führende Expert*innen aus Deutschland, China, Thailand, Südkorea und den USA diskutierten über die sozialen Auswirkungen von Wirkstoffinnovationen und die neuesten Methoden und Erkenntnisse in der hautwissenschaftlichen Forschung. Darüber hinaus gaben wir im Rahmen der China International Import Expo (kurz: CIIE) in Shanghai, der bedeutendsten Importmesse Chinas, wertvolle Einblicke in unsere Innovationsarbeit.
Unser im Jahr 2022 eröffnetes Innovationszentrum in Florham Park, New Jersey, USA, legt einen besonderen Schwerpunkt auf klinische Forschungen und die Entwicklung lokaler Produktinnovationen für die Eucerin und Aquaphor Dermokosmetik-Sortimente sowie für die OTC-Sonnenschutzmarken Coppertone und Eucerin Sun (OTC = nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel nach US-amerikanischen Regularien). Das Team von rund 50 Mitarbeitenden unterstrich im Berichtsjahr weiter unsere Formelexpertise und konzentrierte sich speziell auf die Entwicklung gänzlich neuartiger Formulierungen: Sie überzeugen mit einer äußerst angenehmen Haptik, da sie besonders leicht, transparent und einfach aufzutragen sind. So bestätigte eine Anwendungsstudie mit über 300 Teilnehmenden die gute Sensorik der neu entwickelten Eucerin Ekzem-Linie (Eucerin Exzema Relief) mit ihrer ultraleichten Hydrogel-Formel. Zudem wurde unter der Sonnenschutzmarke Coppertone ein transparentes und einfach aufzutragendes Gel (Coppertone Invisible Finish SPF55) entwickelt und auf den Markt gebracht. In enger Zusammenarbeit mit den anderen Innovationszentren weltweit baut das US-Team seine Kompetenzen weiter aus, wobei der Schwerpunkt auf KI-basierten Tools und biomedizinischen Messinstrumenten liegt, um unseren Verbraucher*innen noch bessere Produktaussagen und Leistungen zu bieten.
Digitalisierung und künstliche Intelligenz
In unserem Innovationsprozess sind Hautexpertise und Wissenschaft die wesentlichen Pfeiler und sie werden mittels Digitalisierung und zukunftsweisender Technologien wie KI maßgeblich vorangetrieben. Dieses Zusammenspiel ermöglicht uns, Prozesse fortlaufend zu optimieren, die Entwicklung von Innovationen zu beschleunigen und die Grenzen der Hautwissenschaft und Hautpflege immer weiter zu verschieben. Dabei gelingt es uns nicht nur, immer schneller noch wirksamere und möglichst nachhaltige Formeln zu entwickeln – auch im Hinblick auf Nähe zu unseren Verbraucher*innen oder die Entwicklung von Verpackungslösungen spielen neuartige Technologien eine zentrale Rolle. Unsere Aktivitäten im Berichtsjahr unterstreichen, wie wir unsere Position als einer der führenden Innovatoren der Branche weiter ausbauen.
In diesem Zuge überarbeiteten wir im Berichtsjahr unsere F&E-Technologiestrategie, um dafür Sorge zu tragen, dass wir uns an die sich rasant entwickelnde technologische Landschaft anpassen. Indem wir unsere Anstrengungen an den globalen Markttrends ausrichten, wollen wir unser nachhaltiges Wachstum weiter vorantreiben und Wettbewerbsvorteile in einem zunehmend dynamischen Umfeld sichern – im Einklang mit unserer „Win with Care“-Strategie.
Ein besonderes Beispiel für die digitale Transformation in unseren Laboren ist unser sogenanntes „Future Lab“-Programm. Durch die Integration von KI und das Implementieren digitaler Arbeitsabläufe optimieren wir konstant unsere Rezepturentwicklungsprozesse und beschleunigen diese. Wir sind dadurch in der Lage, Produkte zu entwickeln, die – bei gleichbleibend hoher Wirksamkeit und Qualität – noch nachhaltiger sind. Denn dank KI-gestützter Erkenntnisse können unsere Expert*innen die Kombination von Wirkstoffen so abstimmen, dass sie gezielte Vorteile bieten – sei es bezüglich der Tiefe der Feuchtigkeitszufuhr, der Anti-Aging-Effekte, der Unterstützung der Hautbarriere oder der Kombination besonders nachhaltiger Wirkstoffe. Diese fortschreitende Technologie versetzt uns in die Lage, den Fokus auf kreative Durchbrüche zu legen, die den einzigartigen Bedürfnissen der Haut entsprechen.
Im Hautforschungszentrum in Hamburg installierten wir im Berichtsjahr – wie bereits in diesem Kapitel erwähnt – eine neuartige Roboterplattform, die uns eine standardisierte Teil- bis Vollautomatisierung von mikrobiologischen Tests ermöglicht. Auf diese Weise lassen sich Produktleistungen in vivo besser vorhersagen. Mit „StAR“ („Stability Automation Robot“) etablierten wir in unserem Innovationszentrum in Shanghai, China, zudem einen hochmodernen Roboter für die effiziente Durchführung wichtiger Viskositäts-, Konsistenz- und pH-Tests. Er automatisiert Stabilitätsprüfungen und sorgt für präzise und einheitliche Messergebnisse. Der Roboter ist Teil eines umfassenden Digitalisierungssystems in der Forschung und Entwicklung. Mithilfe von Automatisierung und KI optimiert er die Rezepturprüfung. So werden herkömmliche Stabilitätstests effizienter, präziser und besser skalierbar.
Auch im Bereich des sogenannten „Future Testing“ geht die Reise für uns weiter. In unserem Hamburger Study Center führten wir im Berichtsjahr beispielsweise unsere neuartige KI-gesteuerte Faltenanalyse wrinkle.ai als standardisiertes Testverfahren ein. Die Software ermöglicht eine präzise dreidimensionale Charakterisierung von Falten im Augenwinkelbereich, basierend auf einer Datengrundlage von 3,4 Millionen gemessenen Topografiedatenpunkten. Dabei werden sämtliche Falten innerhalb des definierten Messbereichs automatisch analysiert. Die ausgewerteten Ergebnisse bilden eine robuste Grundlage für die statistische Untersuchung der Wirksamkeit von Anti-Falten-Produkten. Kernstück des Systems ist ein intern entwickelter KI-Algorithmus, der durch moderne Analysemethoden in der Lage ist, umfangreiche Studiendaten eigenständig zu verarbeiten und über Nacht auszuwerten. Dies half uns beispielsweise dabei, die Wirksamkeit des innovativen Eucerin Epigenetic Serums zu messen. Durch die Kombination aus präziser Datenerfassung und KI-gestützter Analyse liefert das Tool relevante Ergebnisse für die kosmetische Forschung und Produktentwicklung. So erlaubt die Methodik nicht nur eine detaillierte Analyse individueller Hautmerkmale, sondern schafft auch eine Grundlage für die Bewertung und Optimierung neuer Produktformeln.
Ein weiteres Beispiel für unsere zunehmende Digitalisierung in der Forschung und Entwicklung ist eine explorative Studie zum Thema Skin of Color. In unserem Entwicklungslabor in Indien haben wir hierfür einen Ansatz etabliert, der uns Einblicke in die Emotionen unserer Verbraucher*innen gibt, während sie unsere Produkte erleben. Hierbei werden ergänzend zu Interviews automatisch Bilder zum Zeitpunkt der Produktbeurteilung aufgenommen, um beispielsweise die Mimik festzuhalten. Diese ermöglichen uns, tiefere Einblicke in die Produktnutzung zu bekommen.
Unsere KI-gesteuerte Hautstudie SKINLY haben wir im Berichtsjahr vorangetrieben. Das bereits seit 2019 laufende Projekt ist eine groß angelegte, weltweite Hautstudie mit Verbraucher*innen. Ein zentraler Aspekt dieser Initiative ist die aktive Beteiligung der Verbraucher*innen durch innovative Tools, darunter ein spezielles, digitales Messgerät mit drei unterschiedlichen Lichtquellen und eine dazugehörige App. Die Teilnehmenden übermitteln bis zu zweimal täglich aktuelle Daten zu mehr als 80 Parametern. Zu diesen zählen neben individuellen Hautmerkmalen (z. B. Hautalter, Faltentiefe, Hautton, Teint und Unreinheiten), auch Informationen zum individuellen Lebensstil (z. B. Schlaf, Ernährung, Menstruationszyklus und Umweltbedingungen), die verwendeten Hautpflegeprodukte sowie äußere Umwelteinflüsse. Die Ergebnisse helfen dabei, unsere Verbraucher*innen und ihre Haut sowie die jeweiligen Einflussfaktoren umfassend zu verstehen und Rückschlüsse für unsere Produktentwicklung zu ziehen. Dabei gilt: Je mehr Qualitätsdaten vorliegen, desto besser können unsere Datenwissenschaftler*innen aus ihnen relevantes, umsetzbares neues Wissen für unsere Forschung und Entwicklung und unser Marketing ziehen. Zudem lernt das aufgebaute SKINLY-Ökosystem durch den Einsatz von maschinellem Lernen auf der Grundlage von KI mit jeder Messung dazu. Bis heute haben mehr als 20.000 Teilnehmer*innen im Alter von 18 bis über 80 Jahren aus mehr als 60 Ländern an der SKINLY-Studie teilgenommen. Auf diese Weise wurden rund eine Milliarde Datenpunkte gemessen und über 120 Millionen hochwertige Hautbilder generiert. Um unser Verständnis in wichtigen Forschungsbereichen zu vertiefen, zielt die Studie speziell auf Gruppen mit erheblicher UV- und Umweltexposition ab. Dies ermöglicht uns, genau zu untersuchen, wie diese Faktoren die Hautalterung beeinflussen. Um den Algorithmus mittels valider Daten im Bereich melaninreicher Hauttypen auszubauen und die Vielfalt der verschiedenen Phototypen besser berücksichtigen zu können, erweiterten wir die SKINLY-Studie im Berichtsjahr auf die USA. Dabei konzentrierten wir uns auf Teilnehmende mit lateinamerikanischem und afroamerikanischem Hintergrund.
Produkt-Highlights2
Unser Anspruch ist, wirkungsvolle und nachhaltige Hautpflegeinnovationen zu schaffen, die das Leben der Menschen berühren. Aus diesem Grund erweitern wir kontinuierlich die Grenzen der Hautwissenschaft und entwickeln auf dieser Basis für alle unsere Marken stets neue Produkte, die die Hautpflege auf ein neues Niveau heben. Die starke Innovationskultur, die uns seit jeher auszeichnet, sorgt dafür, dass unsere Innovationspipeline Jahr für Jahr gut gefüllt ist. Zu diesen Innovationen gehören für uns nicht nur neue kosmetische Formulierungen, sondern auch innovative Produktverpackungen.
Nachfolgende Übersicht zeigt eine Auswahl unserer wichtigsten Innovationen des Berichtsjahres:
- Eine der größten Innovationen des Jahres haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr mit dem NIVEA Q10 Anti-Falten Expert Dual Action Serum realisiert. Die innovative Formel mit dem neuen Wirkstoff GLYCOSTOP® und reinem Coenzym Q10 beugt der Hautalterung vor, die unter anderem durch Zucker bedingt sein kann. Zudem reduziert sie bestehende Falten sichtbar innerhalb von zwei Wochen. Mit GLYCOSTOP® enthält das Produkt einen Wirkstoff, der direkt auf die Verzuckerung der Haut Einfluss nimmt, indem er den Glykationsprozess, bei dem sogenannte „Advanced Glycation End Products“ (kurz: AGEs) gebildet werden, um bis zu 68 % reduziert (in vitro). Dies schützt die Bindegewebsfasern der Haut und erhält ihre Festigkeit und Elastizität. Das Produkt basiert auf einer leichten, nicht fettenden Formel und entspricht höchsten Nachhaltigkeitsstandards. Die Formel ist frei von Silikonen, Mineralölen und biologisch nicht abbaubaren Polymeren; die Verpackung besteht aus recyceltem Glas und ist ebenfalls recycelbar.
- Neu auf den Markt gebracht haben wir zudem zwei Ergänzungen unserer NIVEA UV-Serie für das Gesicht: die Sonnenschutzfluids NIVEA Sun UV Gesicht Experte Derma Skin Clear UV-Fluid LSF 50+ und NIVEA SUN UV Gesicht Experte Invisible Daily UV-Fluid LSF 50+. Die ultraleichte, nicht fettende Pflegeformel des „Derma Skin Clear UV-Fluids“ mattiert die Haut, indem sie überschüssiges Öl von der Hautoberfläche absorbiert, ohne die Poren zu verstopfen. Die Formel mit Licochalcone A und dem Lichtschutzfaktor 50+ aktiviert die hauteigenen Abwehrmechanismen zum Schutz der Haut vor oxidativem Stress durch UV-/HEVIS-Licht. Das ultraleichte, nicht fettende „Invisible Daily UV-Fluid“ mit Niacinamid wurde für alle Hauttypen entwickelt – auch für sensible Haut. Es sorgt für einen 8h-Anti-Glanz-Effekt und ein sichtbar mattiertes Hautbild. Darüber hinaus verleiht die Formel ein geschmeidiges Hautgefühl und eine gesund aussehende Haut.
- Mit dem neuen NIVEA LUMINOUS 630 Anti-Pigmentflecken CC Fluid 3-in-1 bieten wir seit dem Berichtsjahr eine umfassende Lösung für einen ebenmäßigen Teint. Das Fluid kaschiert dunkle Flecken und sorgt für ein natürlich aussehendes Finish, während es mit der Zeit Pigmentflecken reduziert. Die Formel, die mit dem patentierten Wirkstoff Thiamidol® und Hyaluronsäure angereichert ist, ist in drei Farbnuancen erhältlich und passt sich mit mikroverkapselten Farbpigmenten mehr als 60 Hauttönen an.
- Mit den beiden neuen Serum-infused NIVEA Mizellenwassern bietet NIVEA erstmals Mizellenwasserprodukte an, die um eine effektive Serumphase ergänzt wurden. Sie sorgt für zusätzliche Pflege genau dann, wenn die Haut sie am besten aufnehmen kann – direkt nach der Tiefenreinigung. Das Mizellenwasser „Skin Glow“ sorgt für strahlende Haut, während das Mizellenwasser „Regeneration“ die Haut optimal auf die nächtliche Regeneration vorbereitet.
- Das NIVEA Body Lotion Sortiment haben wir grundlegend überarbeitet, so dass es jetzt verbesserte Pflegeeigenschaften und optimierte Formeln bietet. Die neuen Formulierungen – unter anderem mit natürlich gewonnenen Ölen und dem Inhaltsstoff Hyaluron, der über hervorragende wasserbindende Eigenschaften verfügt – versorgen die Haut intensiv und langanhaltend mit Feuchtigkeit. Um Plastikmüll zu reduzieren, bestehen die neuen Verpackungen jetzt zu 50 % aus recyceltem Plastik und sind aufgrund umfangreicher Materialeinsparungen außerdem um 20 % leichter.
- Im Bereich der NIVEA MEN Duschgels setzten wir einen umfassenden Relaunch um – inklusive einer neuen, ikonischen 3D-Flaschenform aus 100 % recyceltem Material. Die nachhaltigere, zu 99 % biologisch abbaubare Formel mit 100 % pflanzlichen Feuchtigkeitsspendern sorgt für ein gestärktes Hautgefühl und hydrierte, gesund aussehende Haut. Indem das Gewicht der Verpackung um 18 % reduziert und die Flaschenverschlüsse nachhaltiger konzipiert wurden (100 % PCR-Gehalt, 45 % leichter), wurde die Abfallmenge deutlich reduziert und die Umweltfreundlichkeit der Duschgel-Serie erhöht.
- Mit dem Eucerin Hyaluron-Filler Epigenetic Serum haben wir im Berichtsjahr nach 15 Jahren epigenetischer Forschung eine revolutionäre Anti-Aging-Innovation auf den Markt gebracht. Es enthält den mittels unserer patentierten hautspezifischen „Age Clock“-Technology identifizierten epigenetischen Wirkstoff Epicelline®, der das biologische Alter der Hautzellen zurückdreht, indem er stillgelegte Jugendgene reaktiviert. Die Produktformel ist angereichert mit Hyaluronsäure, Glycine Saponin und Enoxolone und bekämpft so zehn Zeichen der Hautalterung. Die Haut wird gefestigt, Falten gemindert, Gesichtskonturen gestrafft – für einen deutlichen Lifting-Effekt und ein sichtbar verjüngtes Aussehen.
- Neu gelauncht bzw. überarbeitet wurden im Berichtsjahr zudem einige Produkte unserer Eucerin AtopiControl-Reihe – der Pflegeserie für atopische Haut (Neurodermitis). Die AtopiControl Beruhigende Ultraleichte Hydro-Lotion ergänzt als neues Produkt die Serie. Die ultraleichte Formel zieht in weniger als 60 Sekunden ein, kühlt die Haut angenehm und lindert den Juckreiz spürbar. Die Formel spendet 48 Stunden Feuchtigkeit und unterstützt so die tägliche Hautpflege bei Neurodermitis. Weitere Produkte der Reihe haben wir mit Blick auf die Nachhaltigkeit optimiert. Die angepassten Formeln enthalten bewährte Inhaltsstoffe wie Licochalcone A, Decandiol, NMFs, Sheabutter, Ceramide und Omega-Öle, um die Hautbarriere zu stärken sowie Juckreiz und Entzündungen zu reduzieren. Mit diesem Relaunch, der auch die Optimierung der Produktverpackungen beinhaltete, bietet AtopiControl nun eine wirksame und nachhaltigere Lösung für Verbraucher*innen mit atopischer Haut.
- Ebenfalls erweitert und optimiert haben wir unsere erfolgreiche Eucerin Anti-Pigment Pflegeserie. Neben einzelnen lokalen Produktneuheiten, führten wir im Berichtsjahr mit dem Eucerin Anti-Pigment Reinigungsgel ein Produkt ein, das Dank des enthaltenen AHA-Peelings die Wirksamkeit des Anti-Pigment-Wirkstoffs Thiamidol® unterstützt. Die sanfte Formel sorgt für ein sofortiges Strahlen und korrigiert Unebenheiten des Teints. Weiterhin wurden die bereits bestehenden Produkte der Anti-Pigment-Serie unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit überarbeitet. Die neuen Formeln ersetzen – bei gleichbleibend hoher sensorischer Performance und Wirksamkeit – synthetische Polymere durch Biopolymere.
- Mit dem Hidrofugal FORTE ÜBER NACHT Roll-on brachten wir im Berichtsjahr einen hochwirksamen Langzeitschutz auf den Markt, dessen Wirkung sich über Nacht aufbaut. Die speziell entwickelte Zweifach-Wirkformel mit Zink wirkt effektiv Geruch und Schweiß entgegen und wirkt im Vergleich zu einer Deo-Anwendung am Morgen doppelt so stark.
- Mit der Life Matrix Haute Rejuvenation Cream haben wir in den vergangenen Monaten die neue und fortschrittliche Formel von La Prairie zur Bekämpfung der Hautalterung vorgestellt. Sie wirkt auf molekularer Ebene, um die Hautzellen zu revitalisieren. Die Life Matrix Cream regt die Collagensynthese in der Haut an, wodurch die Festigkeit, Elastizität und das Volumen der Haut spürbar verbessert werden – mit einem sichtbaren Aufpolsterungseffekt.
- Ebenfalls neu eingeführt haben wir das erfrischende und glättende Gesichtsspray Skin Caviar The Mist. Das für den Sommerurlaub entwickelte La Prairie Produkt verfügt über eine ultrafeine Emulsionstextur mit einer parfümfreien Formel, die über dem Make-up und dem Sonnenschutz aufgetragen werden kann, um einen Frische-Effekt zu erzielen. Das mit dem charakteristischen Kaviar angereicherte Spray glättet die Haut und versorgt sie zugleich mit Energie und Frische.
- Chantecaille, unsere Prestige-Marke für natürliche, luxuriöse Hautpflege und dekorative Kosmetik, lancierte im Berichtsjahr die 24 K Gold Cream Intense, eine mit Ceramiden angereicherte Gesichtspflegecreme, die trockene oder reife Haut intensiv mit Feuchtigkeit versorgt. Sie enthält 24K Gold und moderne botanische Wirkstoffe, um die Haut zu straffen und ihr einen strahlenden Glanz zu verleihen.
- Weiterhin brachten wir eine neue Version des Chantecaille Just Tinted Moisturizers auf den Markt. Die neue, feuchtigkeitsspendende Formel enthält pflanzliche Inhaltsstoffe und ist frei von zyklischen Silikonen, Mikroplastik, Talk, Duftstoffen und Parabenen. Innovative pflanzliche Wirkstoffe spenden mehr Feuchtigkeit und glätten die Haut sichtbar. Mit dem Relaunch wurde die Farbpalette um vier neue Farbtöne erweitert, um den unterschiedlichen Konsument*innen von Chantecaille noch besser gerecht zu werden.
Als Ergebnis unserer regionalen Forschungs- und Entwicklungsarbeit haben wir im Berichtsjahr zudem eine Reihe an lokalen Innovationen auf den Markt gebracht:
- Mit dem Launch des NIVEA LUMINOUS630 Professional Anti-Spot Multi-Brightening Super Serums in China gingen wir auf ein lokales Hautpflegebedürfnis asiatischer Frauen ein. Die Formel wirkt dank des patentierten Wirkstoffs Thiamidol® ganzheitlich und effektiv den mit zunehmendem Alter verstärkt auftretenden Problem der Gelbfärbung der Haut und der Bildung dunkler Flecken entgegen. Die Formel verhilft zu einem ebenmäßigen Teint, gleichzeitig stoppt der neue Anti-Aging-Wirkstoff NAHP den Glykationsprozess der Haut und beugt so zuckerbedingten Hautschäden vor.
- Über unser Entwicklungslabor in Indien brachten wir für den südostasiatischen Markt das NIVEA Vitamin Body Serum mit den Inhaltsstoffen Glutathion, Vitamin C und Niacinamid auf den Markt. Ebenso das NIVEA C & AHA Körperserum, dessen tief eindringende Formel Alpha-Hydroxysäure und die Inhaltsstoffe Glutathion, Vitamin C und Niacinamid enthält und so für eine gesunde, strahlende Haut sorgt.
- Ebenfalls für den asiatischen Markt haben wir die Eucerin Anti-Pigment Daily Body Lotion entwickelt – und sind damit im Berichtsjahr in den Markt für Anti-Pigment-Pflegeprodukte eingestiegen. Die ultraleichte, schnell einziehende Formel mit patentiertem Thiamidol® reduziert effektiv dunkle Flecken und verleiht ein ebenmäßiges Hautbild, während Hyaluronsäure für langanhaltende Feuchtigkeit sorg
- In den USA brachten wir die NIVEA MEN Anti-Age Hyaluron Moisturizing Cream SPF 30 neu auf den Markt. Die feuchtigkeitsspendende Formel mit Hyaluron und Pro Retinol spendet intensiv Feuchtigkeit, reduziert Falten und sorgt für eine sichtbar straffe Haut.
- Auch unter der Marke Eucerin brachten wir in den USA neue Produkte auf den Markt: Die neue Eucerin Face Immersive Hydration-Serie – bestehend aus Serum, Tageslotion, Nachtcreme und Gel-Creme – ist der erste große Launch von Eucerin-Gesichtspflegeprodukten in den USA und trägt damit maßgeblich zur lokalen Etablierung der Kategorie bei. Als erste Marke auf dem US-amerikanischen Markt bietet Eucerin eine Serie an, die sowohl lang- als auch kurzkettige Hyaluronsäure über eine komplette Kategorie hinweg beinhaltet. Die langkettige Hyaluronsäure versorgt die Hautoberfläche intensiv mit Feuchtigkeit, während die 40-mal kleinere kurzkettige Hyaluronsäure tiefer in die obere Hautschicht eindringen kann, um feine Linien und Fältchen zu glätten. Ebenfalls lokal neu eingeführt wurde das Eucerin Face Hydrating Micellar Water und das Eucerin Face Hydrating Face Cleansing Gel, die eine sanfte und dennoch effektive Gesichtsreinigung ermöglichen. Das Mizellenwasser kombiniert Mizellen-Technologie mit Hyaluronsäure, das Reinigungsgel entfernt zuverlässig Schmutz, Talk und Make-up, ohne die Haut zu strapazieren und unterstützt zugleich die Feuchtigkeitszufuhr der Haut.
- Speziell für Mexiko und Brasilien entwickelten wir in unserem brasilianischen Entwicklungslabor mit dem Produkt NIVEA SUN UV Face Shine Control Tinted Light SPF 50 eine weitere Nuance des bereits etablierten Shine-Control-Sortiments. Mit leicht getönten Pigmenten sorgt der Sonnenschutz fürs Gesicht für einen ebenmäßigen Hautton und einen lang anhaltenden, mattierenden Effekt.
tesa
tesa
Produkt- und Technologie-Entwicklung
Technologie-Entwicklungen für innovative Klebelösungen
tesa verfolgte im Jahr 2024 konsequent die Strategie, das bestehende Produktsortiment um innovative und nachhaltige Produkte zu erweitern. Die Grundlagen dazu wurden in Technologie-Entwicklungsprojekten gelegt. Für den wachsenden globalen Markt der E-Mobilität wurden Klebeband-Prototypen mit neuen Eigenschaften entwickelt. So wird bei einem namhaften Automobil-Hersteller ein innovatives Klebeband von tesa (tesa®76730) geprüft, das zur Dichtung von Batterieboxen eingesetzt werden kann. Das Besondere an diesem Klebeband ist, dass es beim Applikationsprozess wieder ablösbar ist und somit Fehler leicht korrigiert werden können. Dies senkt die Ausschuss-Rate in der Produktion und zeigt einen positiven Effekt auf Kosten und Nachhaltigkeit.
Der Trend zur Miniaturisierung und Individualisierung in der Elektronik führt zu immer neuen Herausforderungen an die Fügetechnologien. Wo normale Haftklebebänder an ihre Leistungsgrenzen kommen, können strukturelle Klebebänder die Lücke schließen. Ein im vergangenen Jahr entwickeltes UV-aktivierbares strukturelles Klebeband (tesa® 8684) hat seinen Absatz in Geräten aus dem Bereich der Consumer Electronics gefunden und diente in diesem Jahr als Startpunkt für eine Skalierung des zugrundeliegenden Technologiebausteins. Die Weiterentwicklung führte zu Prototypen mit deutlich gesteigerter Leistung und ermöglichte Bemusterungen in neuen Anwendungen mit höheren Anforderungen.
Strukturelle Klebebänder werden auch im Bereich der E-Mobilität nachgefragt. Durch die Zusammenarbeit mit einem großen Batteriehersteller ist es gelungen, Klebeband-Prototypen zu entwickeln, die die hohen Anforderungen ausgewählter Automobil-OEMs (Original Equipment Manufacturer) erfüllen.
Debonding on Demand
Ein Fokus der Entwicklung von Produkten liegt im Bereich von Klebebändern mit Debonding on Demand-Technologie, die sich bei Bedarf leicht wieder ablösen lassen. Diese Technologie leistet einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit. Sie hat das Potenzial, die Abfallmenge zu reduzieren, Recycling zu erleichtern, Produktreparaturen zu ermöglichen und ist grundsätzlich von Vorteil für die Kreislaufwirtschaft. Das neu beschlossene Recht auf Reparatur verlangt von Herstellern, dass die Lebensdauer und die Reparierbarkeit zu erkennbaren Merkmalen von Produkten gemacht werden. Im Fall eines defekten Gerätes müssen Kund*innen die Klebeverbindung einfach lösen können, um eine Reparatur grundsätzlich zu ermöglichen.
tesa arbeitet eng mit Partnern und Kunden zusammen, um maßgeschneiderte Klebelösungen mit verschiedenen Debonding-Mechanismen zu entwickeln. Für viele Anwendungen wurden Klebeband-Muster im fortgeschrittenen Stadium entwickelt, aus denen die ersten inzwischen in Produkte überführt wurden. Ein Beispiel ist eine Weiterentwicklung von etablierten Bond & Detach Produkten, die bereits weltweit in Smartphones eingesetzt und jetzt auch für die Anwendung in der Batterieverklebung geprüft werden. Es wurde eine Vielzahl von Neuerungen im Bereich Debonding on Demand geschaffen, die in mehr als 50 Patentanmeldungen geschützt werden.
Nachhaltigkeit in Rohstoffen und Prozessen
Während die Debonding on Demand Technologie die Kunden von tesa in die Lage versetzt, Produkte zu reparieren und sie zu recyceln und so mehr Nachhaltigkeit ermöglicht, entwickelt tesa auch Technologien für Klebebänder, die auf nachhaltigen Rohstoffen basieren. In dem Bereich Industrial Trade and Converting beispielsweise wurde eine Reihe von Klebebändern mit recyceltem PET auf den Markt gebracht. Einen Schritt weiter gehen Produkte, in denen sowohl die Klebmasse als auch Folien und Liner auf biobasierten oder recycelten Rohstoffen beruhen, wie z. B. tesa® 6066x mit biobasierter Klebmasse und Trägern aus recyceltem PET.
Auch im Bereich der Transportsicherungsbänder wurden die Grundlagen für neue und nachhaltige Produkte geschaffen, die bereits in ersten neuen Produkten eingesetzt werden. Mit tesa® 64295 wurde ein nachhaltiges Produkt entwickelt. Das Klebeband basiert auf lösungsmittelfreier Produktion, hat einen biobasierten Anteil und verwendet einen Kern aus recyceltem Material.
Die Transformation zu nachhaltigeren Produkten wurde auch im Bereich der Prozess- und Produktionstechnologie energisch fortgesetzt. So ist es 2024 gelungen durch geeignete Anpassungen der Klebstoffe komplett auf den Einsatz des Lösungsmittels Toluol im Werk in Suzhou zu verzichten.
Digitalisierung
tesa hat im vergangenen Jahr die Aktivitäten zur Digitalisierung und Nutzung von Prozess- und Messdaten zur Beschleunigung der Technologie-, Prozess- und Produktentwicklungen weiter ausgebaut. Erste Projekte wurden im Bereich des Materialmanagements und der digitalen Versuchsplanung abgeschlossen. Weiterhin wurde die Basis der digital zugänglichen und strukturierten Daten ausgebaut. Durch die Nutzung von KI-basierten Tools können für neue Kundenanforderungen in wenigen Minuten die besten bestehenden tesa Produkte für die jeweiligen Anforderungen ermittelt werden.
Auch im Bereich der Produkt- und Technologieentwicklung werden Prozesse etabliert, um die Entwicklung durch Nutzung von intelligenten Tools mit Zugriff auf Entwicklungsdaten zu beschleunigen. Die Simulation von Produkteigenschaften und die Erstellung von digitalen Zwillingen werden kontinuierlich wichtiger. In enger Abstimmung mit Kunden wurden neue, spezifische Testmethoden entwickelt, um Klebebänder für bestimmte Anwendungen zu qualifizieren.
Automatisierung
Durch innovative Ansätze im Bereich der Automatisierung konnte die Effizienz in einigen Projekten erhöht werden. Besonders beeindruckend ist die Perspektive, in einer automatisierten Polymerisationsanlage durch ein intelligentes Design-Konzept gegenüber manuellen Prozessen eine sechsfach höhere Effizienz erreichen zu können. Die Erkenntnisse der Vorentwicklungs-Phase werden aktuell in einem Prototypen im Pilotmaßstab umgesetzt.
Aufgrund der engen Zusammenarbeit mit Kunden bei der Automatisierung von Prozessen durch Klebelösungen konnte ein umfangreiches Produkt- und Prozessangebot geschaffen werden. So wurde beispielsweise eine Anlage entwickelt und patentiert, durch die Batteriezellen automatisiert mit Klebeband geschützt werden. Ferner nahm tesa im Bereich Automatisierung einen weiteren Roboter in Betrieb, um den Kunden noch bessere Klebeband-Komplettlösungen für den Lochverschluss im Fahrzeug-Karosseriebau anbieten zu können.
Weitere Informationen zur Produkt- und Technologieentwicklung bei tesa finden Sie unter www.tesa.com/de-de/ueber-uns/product-and-technology-development.
1 Alle Zahlen zu Mitarbeitenden werden in diesem Kapitel als Vollzeitäquivalente (FTE) angegeben.
2 Dieser Abschnitt ist ein ungeprüfter Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts.