Geschäftsbericht 2024

Geschäftsbericht 2024

ESRS S4 – Verbraucher*innen und Endnutzer*innen

  • Verbraucher*innen und Endnutzer*innen

Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen

Im Rahmen der doppelten Wesentlichkeitsanalyse hat Beiersdorf Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit dem Thema Gesundheitsschutz und Sicherheit von Verbraucher*innen und Endnutzer*innen identifiziert.1 Zunächst könnten potenzielle negative Auswirkungen auf Verbraucher*innen auftreten. Obwohl unsere Kosmetik- und Medizinprodukte sowie unsere Arzneimittel umfangreichen (dermatologischen) Tests unterzogen werden, können wir nicht garantieren, dass alle Produkte von jedem Verbraucher bzw. jeder Verbraucherin gut vertragen werden. Die Anwendung eines Produkts auf der Haut kann Reaktionen wie irritative oder allergische Kontaktdermatitis hervorrufen.

Darüber hinaus haben wir ein wesentliches Risiko in Bezug auf Verbraucher*innen und Endnutzer*innen identifiziert. Der Verkauf von unsicheren Produkten oder solchen, die nicht den Qualitätsstandards entsprechen, kann schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen, wie zum Beispiel Produktrückrufe, finanzielle Verluste aufgrund von Rückrufkosten, Produktvernichtung und potenzielle rechtliche Schritte. Zudem kann das Unternehmensimage erheblich beschädigt werden.

Zusätzlich haben wir eine Chance in Bezug auf Verbraucher*innen und Endnutzer*innen in unserer nachgelagerten Wertschöpfungskette erkannt. Durch den Fokus auf qualitativ hochwertige, sichere, umweltfreundliche und gesundheitsfördernde Produkte kann Beiersdorf seine Marken im Markt differenzieren, eine loyale Kundschaft aufbauen und sich glaubwürdig als führendes Unternehmen in der gesundheitsbewussten Kosmetikbranche positionieren. Ergänzend zu dieser genannten Chance hat Beiersdorf einen erkennbaren positiven Einfluss auf die Nutzer*innen unserer Produkte, da diese zur Vorbeugung oder Behandlung von Hauterkrankungen und -verletzungen beitragen.

Ein detaillierter Überblick über alle identifizierten wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Bereich der Verbraucher*innen und Endnutzer*innen ist im Kapitel „ESRS 2 – Allgemeine Angaben“ zu finden.

Richtlinien im Zusammenhang mit Verbraucher*innen und Endnutzer*innen

Ein Team aus erfahrenen, hochqualifizierten Sicherheitsbewerter*innen und Regulatory-Manager*innen stellt sicher, dass wir sowohl gesetzliche als auch unsere eigenen Anforderungen an die Qualität unserer Produkte gemäß den relevanten Unternehmensrichtlinien erfüllen. Diese Richtlinien bieten einen umfassenden Rahmen, um unsere wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen in Bezug auf Verbraucher*innen und Endnutzer*innen zu bewältigen.

Das Team führt alle gesetzlich vorgeschriebenen Bewertungen und Freigaben unserer Rohstoffe, Formulierungen, Verpackungsmaterialien und Produktangaben durch, um die Produktsicherheit und Verträglichkeit für Verbraucher*innen zu gewährleisten. Erst dann geben unsere Sicherheitsbewerter*innen die fertigen Kosmetikprodukte zum Vertrieb frei – in Übereinstimmung mit den international anerkannten Vorschriften für Sicherheitsbewertungen der „EU-Kosmetik-Verordnung 1223/2009“ und gemäß den Anforderungen der „SCCS Notes of Guidance“ in ihrer 12. Überarbeitung aus dem Jahr 2023. Letztere werden vom „Wissenschaftlichen Ausschuss für Verbraucher*innensicherheit“ (Scientific Committee on Consumer Safety – SCCS) veröffentlicht und sind EU-weit anzuwenden.

Global Quality Policy

Die „Global Quality Policy“ beschreibt Beiersdorfs Engagement für Qualität, regulatorische Compliance und Kund*innenzufriedenheit. Diese Richtlinie dient als Leitprinzip für Entscheidungsprozesse und zur Festlegung von Qualitätszielen. Die obere Managementebene stellt sicher, dass die „Global Quality Policy“:

  • für den Zweck der Organisation anwendbar ist, einschließlich des Engagements zur Aufrechterhaltung der Wirksamkeit unseres Qualitätsmanagementsystems (QMS),
  • einen Rahmen zur Festlegung und Überprüfung von Qualitätszielen bietet, und
  • in der gesamten Organisation kommuniziert und verstanden wird und in die Schulung neuer Mitarbeitender zum QMS integriert ist.

Die Richtlinie dient dazu, die wesentlichen potenziellen negativen Auswirkungen von Unverträglichkeitsreaktionen der Verbraucher*innen oder anderer Beschwerden zu adressieren und zu mindern. Sie gilt weltweit für alle Beiersdorf Produkte im Unternehmensbereich Consumer und umfasst alle Mitarbeitenden von Beiersdorf. Für die Umsetzung der Richtlinie ist der CEO verantwortlich.

Die Wirksamkeit der „Global Quality Policy“ wird anhand einer Reihe von QMS-Schlüsselkennzahlen (KPIs) überwacht, die vom „Quality Leadership Team“ festgelegt und verfolgt werden. Ziel ist es, ausreichende Ressourcen für die Umsetzung der „Global Quality Policy“ bereitzustellen und angemessene Risikominderungsmaßnahmen zu etablieren. Die Richtlinie wird den Mitarbeitenden über das QMS zur Verfügung gestellt.

Die „Global Quality Policy“ ist an internationale Standards angelehnt, darunter „ISO 22716 GMPs für Kosmetika“, „ISO 13485 für Medizinprodukte“ und „ICH Q10 für Arzneimittel“. Interessen von Stakeholder*innen wurden in die regulatorischen Anforderungen integriert, die in der Richtlinie referenziert werden. Insbesondere die Erwartungen der Verbraucher*innen an die Produktqualität wurden bei der Festlegung unserer Qualitätsziele berücksichtigt.

Product Safety Policy for Cosmetic Products

Die „Product Safety Policy for Cosmetic Products“ soll sicherzustellen, dass alle vom Unternehmen auf den Markt gebrachten kosmetischen Produkte sicher für unsere Verbraucher*innen sind. Ein einheitlicher globaler Produktsicherheitsstandard wird definiert und konsequent in allen Regionen angewendet. Vor der Markteinführung wird eine gründliche, moderne Bewertung der Rohstoffe, Formulierungen, Verpackungen und Produktpräsentationen für den vorgesehenen Verwendungszweck durchgeführt. Nach der Markteinführung ist eine Marktüberwachung erforderlich. Die Richtlinie schreibt vor, dass Sicherheitsverfahren regelmäßig überprüft werden, um den neuesten Stand der Technik zu gewährleisten.

Die Richtlinie dient dazu, potenzielle negative Auswirkungen von Unverträglichkeitsreaktionen bei Verbraucher*innen zu adressieren und zu minimieren. Sie gilt weltweit für alle Beiersdorf-Produkte und umfasst alle Beiersdorf-Mitarbeitende, die für die Entwicklung, Produktion und Markteinführung von Produkten verantwortlich sind. Der Vice President Global Product Stewardship ist für die Umsetzung der Richtlinie verantwortlich, während das „R&D Leadership Team“ für die Bereitstellung ausreichender Ressourcen zur Durchführung der erforderlichen Aktivitäten und zur Gewährleistung einer angemessenen Risikokontrolle zuständig ist.

Die Richtlinie legt fest, dass alle Produkte vor der Produktion genehmigt werden müssen. Die Wirksamkeit der Richtlinie wird mithilfe von KPIs für das Qualitätsmanagement überwacht, wodurch Ausnahmen oder Abweichungen, wie z. B. Nichtkonformitäten, erfasst und gemäß unserem QMS verwaltet werden. Beschwerderaten bei negativen Reaktionen von Verbraucher*innen werden ebenfalls überwacht, um bei Bedarf Untersuchungen und Korrekturmaßnahmen einzuleiten.

Auszüge der Richtlinie sind auf unserer Website öffentlich zugänglich: https://www.beiersdorf.com/research/our-way-of-working/secured-quality.

Die Interessen der Stakeholder*innen wurden in die regulatorischen Anforderungen aufgenommen, auf die in der Richtlinie verwiesen wird.

Raw Materials Policy

Die „Raw Materials Policy“ legt fest, dass Beiersdorf seine Produkte gemäß Grundsätzen entwickelt, herstellt und vermarktet, die auf die Sicherheit der Verbraucher*innen und die Förderung ihres Wohlbefindens abzielen. Die Richtlinie spezifiziert, dass Rohstoffe einen mehrstufigen Auswahlprozess durchlaufen müssen, an dem unsere Expert*innen aus verschiedenen Fachbereichen beteiligt sind. Konkret gilt:

  • Rohstoffe müssen strengen Qualitätskriterien entsprechen, die wir kontinuierlich aktualisieren, um den neuesten Vorschriften und internationalen Richtlinien zu entsprechen.
  • Toxikolog*innen überprüfen jeden Rohstoff gründlich; in diesem Prozess werden alle verfügbaren Informationen zu Eigenschaften berücksichtigt, die potenzielle Gesundheitsrisiken darstellen könnten.
  • Rohstoffe sollen, sofern erforderlich, in vitro getestet werden, unter Anwendung relevanter Testverfahren (z. B. Zellkulturen, um zusätzliche Erkenntnisse über Wechselwirkungen mit lebenden Systemen zu gewinnen).
  • Die Hautverträglichkeit von Rohstoffen in Produktanwendungen wird mit freiwilligen Testpersonen geprüft.

Die „Raw Materials Policy“ dient als erste Maßnahme zur Adressierung und Minderung der wesentlichen potenziellen negativen Auswirkungen von Unverträglichkeitsreaktionen von Verbraucher*innen und trägt gleichzeitig zur Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Verbraucher*innen bei.

Die Wirksamkeit dieser Richtlinie wird sorgfältig überwacht, indem wir die Kommunikation mit unseren Verbraucher*innen analysieren. Potenzielle Verbesserungen unserer Produkte sollen so früh wie möglich identifiziert und in die Produktentwicklung integriert werden. Wir analysieren neue Erkenntnisse und Hinweise aus der wissenschaftlichen Literatur, den Medien und Interessengruppen auf ihre Relevanz für unsere Sicherheitsbewertungen. Sollte sich daraus eine Neubewertung eines Rohstoffs ergeben, werden die notwendigen Maßnahmen innerhalb eines angemessenen Zeitrahmens umgesetzt. Die möglichen Konsequenzen reichen von der sofortigen Einstellung der Nutzung und dem Rückruf betroffener Produkte bis hin zum schrittweisen Ersatz der Rohstoffe durch geeignetere Alternativen über einen längeren Zeitraum.

Die Richtlinie gilt weltweit für alle Beiersdorf Produkte und umfasst alle Beiersdorf Mitarbeitenden, die für die Entwicklung und Formulierung unserer Produkte verantwortlich sind. Für die Umsetzung der Richtlinie ist der Vice President Sustainability verantwortlich.

Die „Raw Materials Policy“ ist öffentlich auf unserer Website verfügbar: https://www.beiersdorf.com/~/media/Beiersdorf/sustainability/archive/products/raw-materials/raw-materials-policy.pdf.

Verfahren zur Einbeziehung von Verbraucher*innen und Endnutzer*innen

Unsere Produkte für kosmetische, medizinische Hautpflege und therapeutische Anwendungen tragen zur Gesundheit und zum Wohlbefinden unserer Verbraucher*innen bei. Dies bedeutet, dass wir mit unseren Verbraucher*innen und Endnutzer*innen in Kontakt bleiben, um aktuelle und zukünftige Bedürfnisse zu verstehen. Außerdem stellen wir somit sicher, dass unsere Produkte Erwartungen erfüllen oder übertreffen, und ganzheitliche Ansätze zur Hautpflege und gesunder Haut gefördert werden.

In unserem Forschungszentrum in Hamburg sowie in unseren globalen Regionen sprechen wir regelmäßig mit Verbraucher*innen, führen Studien und Umfragen durch, beobachten Nutzungsgewohnheiten und erfragen Erwartungen. Durch diesen engen Kontakt gewinnen wir wertvolle Informationen darüber, wie wir unsere Produkte und Verpackungen verbessern können und wie unsere Produkte hinsichtlich Qualität, Wirksamkeit, Haptik, Benutzerfreundlichkeit und Anwendungsfreude gestaltet werden sollten.

Geschulte Mitarbeitende und externe Proband*innen nehmen an hoch standardisierten Testverfahren und deskriptiven Panels teil, in denen sie die Eigenschaften von Cremes und Lotionen während und nach der Anwendung analysieren und beschreiben. Der Fokus liegt dabei auf Merkmalen wie Konsistenz, Verteilbarkeit, Feuchtigkeitsgehalt und Hautgefühl.

Wir streben an, stets auf dem neuesten Stand der Forschung zu bleiben und führen einen intensiven Dialog mit der Wissenschaft, Regierungsbehörden und öffentlichen Organisationen. Unsere Beziehungen zu Produktsicherheits- und Umweltinteressengruppen sind ebenso wichtig, da sie uns die aktive Teilnahme an Diskussionen zu kritischen Themen ermöglichen.

Wissenschaftler*innen von Beiersdorf veröffentlichen Forschungsergebnisse zur Hautforschung in Peer-Review-Fachzeitschriften, die auf unserer Website aufgeführt sind. Wir engagieren uns mit Expert*innen und veranstalten Events mit Dermatolog*innen und anderen Spezialist*innen zur Förderung der Hautgesundheit. Beiersdorf unterstützt Institutionen, deren Ziel die Verbreitung dermatologischer Wissenschaft ist, wie beispielsweise den Deutschen „Informationsverbund Dermatologischer Kliniken“ (IVDK). Forschungspartnerschaften wie unsere Zusammenarbeit mit dem „Deutschen Krebsforschungszentrum“ (DKFZ) decken wichtige und vielfältige Bereiche der Verbraucher*innen-Gesundheit ab. Wir beteiligen uns aktiv an Branchenverbänden wie „Cosmetics Europe“ (CE), um eine verantwortungsvolle Produktpflege zu fördern. Zusätzlich tragen wir erheblich zu internationalen Initiativen für Verbraucher*innen-Sicherheit bei, wie z. B. zur „International Collaboration on Cosmetics Safety“ (ICCS).

Den Verbraucher*innen werden über verschiedene Kanäle Produktinformationen zur Verfügung gestellt, u. a. in den sozialen Medien, auf Produktetiketten und Beipackzetteln. Diese Informationen umfassen Angaben zu Produktversprechen, Zusammensetzung, Anwendungshinweise und/oder Warnhinweise.

Verbraucher*innen und Endnutzer*innen können sich über die Kontaktinformationen, die mit den Produkten bereitgestellt werden, oder über die Websites unserer Marken zu Produkten erkundigen. Unsere Teams aus dem Vertrieb bieten ebenfalls Informationen zur vorteilhaften und sachgemäßen Nutzung unserer Produkte an. Für bestimmte Produkttypen und Anwendungsgebiete werden unterstützende Informationen auf unserer Website oder direkt an Apotheken bereitgestellt, beispielsweise in Form einer Auflistung häufig gestellter Fragen (FAQs). Auf den Beiersdorf-Webseiten teilen wir Informationen, die für unsere Verbraucher*innen besonders relevant sind und sich auf positive und negative Auswirkungen auf ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden beziehen. Dazu gehört beispielsweise der Ansatz unseres Unternehmens zu Inhaltsstoffen. Die NIVEA Seiten bieten außerdem detaillierte Informationen zu den in unseren Produkten verwendeten Inhaltsstoffen.

Kanäle, über die Verbraucher*innen und Endnutzer*innen Bedenken äußern können

Die Zufriedenheit von Verbraucher*innen und Endnutzer*innen ist die Grundlage unseres Geschäftserfolgs. Verbraucher*innen in all unseren Märkten weltweit können uns direkt über verschiedene Kommunikationskanäle wie soziale Medien, E-Mail und Hotlines erreichen. Unter der Verantwortung des Vice President Global Quality Management stellt ein globales Netzwerk von „Consumer Interaction“ Manager*innen sicher, dass unsere einheitlich hohen Qualitätsstandards für den Kontakt mit Verbraucher*innen in den jeweiligen Märkten eingehalten werden. Darüber hinaus werden weltweite Beschwerden zentral ausgewertet, ihre Ursachen analysiert und Optimierungsmaßnahmen umgesetzt. Verbraucher*innen und Endnutzer*innen können Beschwerden oder Bedenken auch über unser Whistleblowing-System melden. Details sind im Kapitel „ESRS G1 – Unternehmensführung“ beschrieben.

Verbraucher*innenbeschwerden, einschließlich möglicher gesundheitlicher Reaktionen, werden durch das Qualitätsmanagement überwacht und bewertet, um potenzielle Bedenken hinsichtlich Qualität oder Produktsicherheit zu erkennen und zu reagieren. Dies ist in relevanten „Standard Operating Procedures“ (SOP) und Qualitätsrichtlinien vorgeschrieben.

Im Falle eines Qualitätsmangels oder einer Beschwerde über gesundheitliche Auswirkungen analysieren unser globales Netzwerk von Qualitätsmanager*innen sowie unsere internationale Organisation für Beschwerdemanagement den Fall und leiten die erforderlichen Maßnahmen zur schnellen Behebung ein. Unser Management für kritische Beschwerden und Anliegen umfasst auch die Bearbeitung von unerwünschten Reaktionen. Das Qualitätsmanagement-Team ist dafür verantwortlich, Beschwerden zu bewerten und die Auswirkungen auf die Produktsicherheit gemäß den entsprechenden SOPs zu managen.

Alle Verbraucher*innenbeschwerden werden überwacht und mit festgelegten Referenzraten verglichen. Zusätzlich werden Trendanalysen durchgeführt, um sicherzustellen, dass es keine signifikanten negativen Auswirkungen auf Verbraucher*innen gibt. Beschwerdemuster mit einer hohen Anzahl unerwünschter Effekte oder untypischen Arten von Nebenwirkungen lösen sofort eine Untersuchung sowie notwendige Korrektur- und/oder Präventivmaßnahmen aus. Mögliche schwerwiegende unerwünschte Effekte werden fallweise bewertet, um sicherzustellen, dass Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Gesundheit der Verbraucher*innen ergriffen werden.

Daten und Vorfälle werden in unserem monatlichen „Consumer Complaints and Post Launch Surveillance Report“ zusammengefasst. Das Jahr 2023 dient als Basisjahr für unsere „Post-Market-Surveillance“-Daten. Darüber hinaus führen wir ein Branchen-Benchmarking durch, etwa über das IVDK. Diese Maßnahmen zur Überwachung von Beschwerden, Vorfällen und den zugehörigen Prozessen sind eng mit den Beiersdorf-Richtlinien abgestimmt, die für unsere wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen in Bezug auf Verbraucher*innen und Endnutzer*innen relevant sind. Konkret umfassen diese Richtlinien die „Global Quality Policy“, die „Product Safety Policy for Cosmetic Products“ und die „Raw Materials Policy“.

Probleme von Verbraucher*innen und Endnutzer*innen können eskaliert werden und weitere Maßnahmen durch unser Qualitätsmanagement-Team auslösen, gemäß unserem „Krisenmanagement-Handbuch“. Das Krisenmanagement-Team informiert bei kritischen Angelegenheiten direkt den CEO und den Vorstand. Eventuelle gesetzliche Meldepflichten im Fall von schwerwiegenden Vorkommnissen werden dabei stets berücksichtigt und bei Bedarf zeitgerecht umgesetzt.

Maßnahmen im Zusammenhang mit Verbraucher*innen und Endnutzer*innen

Eine Reihe von Maßnahmen adressiert und mindert Risiken und negative Auswirkungen, während gleichzeitig positive Ergebnisse für unsere Verbraucher*innen und Endnutzer*innen gefördert werden. Die oben beschriebenen Verfahren sind Teil eines strukturierten Entscheidungsprozesses, der sicherstellt, dass alle identifizierten negativen Auswirkungen systematisch bewertet und mit geeigneten Maßnahmen adressiert werden.

Neben den im Folgenden beschriebenen Maßnahmen, die die Sicherheit und Verträglichkeit unserer Produkte fördern, setzt Beiersdorf auf Maßnahmen, die primär einen positiven Beitrag für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Verbraucher*innen leisten sollen. Unsere Marken NIVEA, Eucerin, Hansaplast, Elastoplast und Curitas setzen lokale Projekte um, die auf die Bedürfnisse und Anliegen ihrer Verbraucher*innen abgestimmt sind. Diese „Brand Social Missions“ zielen darauf ab, die individuelle Gesundheit zu stärken, bessere soziale Verbindungen zu ermöglichen und gerechtere Gesellschaften zu fördern.

Korrekturmaßnahmen für bestehende Produkte

Beschreibung: Für bestehende Produkte werden Korrekturmaßnahmen für identifizierte negative Auswirkungen oder wesentliche potenzielle negative Auswirkungen auf das Verbraucher*innenerlebnis und Unverträglichkeitsreaktionen durch einen Korrektur- und Präventionsplan bewertet und gesteuert. Dieser Plan folgt dem Prozess zur Handhabung von Nichtkonformitäten, wie in unserem SOP für „Nichtkonformitätsmanagement“ detailliert beschrieben. Auch die Handhabung von Produktrückrufen, falls erforderlich, wird in unserem SOP „Produkt-Rückrufe von Verbrauchern“ beschrieben. Entsprechende Change-Management- und Risikominderungsverfahren werden gemäß unserer SOPs für „Change Management“ und „Quality Manuals“ dokumentiert.

Umfang: Global

Zeithorizont: Laufend

Erwartetes Ergebnis: Alle identifizierten oder potenziellen negativen Auswirkungen, wie Produktunverträglichkeiten oder Unzufriedenheit, werden umgehend durch Korrekturmaßnahmen angegangen und gemindert, um Produktsicherheit, Qualität und Zufriedenheit sicherzustellen. Falls erforderlich, können betroffene Produkte zurückgerufen und Verbesserungen implementiert werden, um ähnliche Probleme in der Zukunft zu verhindern.

Risikobewertung und Innovationsmanagement

Beschreibung: Risikobewertungs- und Risikomanagementprozesse, einschließlich der Verfolgung relevanter Chancen, sind in alle Projekte eingebettet, wie in unserem Prozess für „Integriertes Innovationsmanagement“ beschrieben. Im Rahmen dieses Prozesses werden neue Produkte und Technologien entwickelt, um verletzte Haut zu behandeln, gesunde Haut weiter zu fördern und die Hautpflege voranzubringen.

Umfang: Global

Zeithorizont: Laufend

Erwartetes Ergebnis: Das erwartete Ergebnis dieser Maßnahme ist die Entwicklung innovativer Produkte und Technologien, die die Hautgesundheit verbessern und die Hautpflege voranbringen, sodass Verbraucher*innen von sichereren, effektiveren und zukunftsorientierten Lösungen profitieren, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Sicherheitsbewertungen

Beschreibung: Im Interesse des Verbraucher*innenschutzes arbeiten unsere Sicherheitsbewerter*innen eng mit relevanten Abteilungen wie Forschung und Entwicklung (F&E) sowie Produkt- und Verpackungsentwicklung zusammen. Neben Erfahrung und Expertise erfordert die Bewertung der Sicherheit von Kosmetik- und Medizinprodukten vor allem den wissenschaftlichen Austausch und das Wissen über neue Erkenntnisse bezüglich der Verträglichkeit und Sicherheit von Rohstoffen, Formulierungen und Verpackungsmaterialien sowie die Einhaltung der aktuellen gesetzlichen und normativen Anforderung und Berücksichtigung des gegenwärtigen Stands der Technik.

Dementsprechend besuchen unsere Sicherheitsbewerter*innen internationale Konferenzen, nehmen an Arbeitsgruppen und Expert*innenteams teil und absolvieren spezielle internationale Schulungen.

Umfang: Global

Zeithorizont: Laufend

Erwartetes Ergebnis: Das Ziel dieses fachlichen Austauschs und der Schulungen ist es, sicherzustellen, dass wir auch in Zukunft angemessen und verantwortungsbewusst agieren. Es ist uns außerdem wichtig, dass wir unsere externen Dienstleister und Lieferanten, wie Duftstoff- und Rohstoffhersteller, in die Verantwortung nehmen. Sie müssen die Einhaltung gesetzlicher Anforderungen sowie der Beiersdorf-spezifischen Anforderungen, die über den gesetzlich vorgeschriebenen Umfang hinausgehen, zertifizieren.

Ziele im Zusammenhang mit Verbraucher*innen und Endnutzer*innen

Ziele und Benchmarks zur Verbraucher*innengesundheit und -sicherheit werden intern verwaltet, da sie auf sensiblen Informationen wie Marktdaten und der Leistung von Formulierungen basieren. Ohne vergleichbare Daten in standardisierten Berichtsformaten, etwa zu Abweichungen oder Beschwerderaten, ist eine externe Veröffentlichung wenig relevant. Beiersdorf veröffentlicht daher keine spezifischen Ziele in diesem Bereich, berichtet aber über alle Fälle von Nichteinhaltung.

Unser Engagement für die Verbraucher*innengesundheit und -sicherheit zeigt sich in der Umsetzung strenger Prozesse und Standards. Beiersdorf überwacht die Wirksamkeit der Maßnahmen durch drei zentrale Prozesse:

  1. Die Freigabe aller Rohstoffe und Endprodukte.
  2. Die Einhaltung regulatorischer Vorgaben mit dem Ziel der „vollständigen Konformität“.
  3. Die Sicherstellung ausgezeichneter Hautverträglichkeit durch umfassende Tests und Marktüberwachung.

Die Sicherheit unserer Produkte wird durch die Einhaltung internationaler Vorschriften wie der „EU-Kosmetikverordnung 1223/2009“ oder der EU-Medizinprodukteverordnung 2017/745 und interner Richtlinien wie der „Global Quality Policy“ und der „Product Safety Policy“ gewährleistet. Zusätzlich stellen wir durch strenge Qualitätskontrollen bei Rohstoffen, Formulierungen und Produktionsprozessen die Sicherheit sicher. Diese Prozesse basieren auf anerkannten Standards wie „ISO 22716 für Kosmetikprodukte“ und „ISO 13485 für Medizinprodukte“. Indem wir Sicherheitsaspekte direkt in unsere Prozesse integrieren, erreichen wir unsere Ziele und entwickeln unsere Maßnahmen systematisch weiter.

Gleichzeitig spielen diese Ansätze eine entscheidende Rolle für Produktinnovationen und den Markterfolg von Beiersdorf. Sie sind eng mit den Zielen und Maßnahmen unserer Forschungs- und Entwicklungsabteilung verbunden. Ab 2025 planen wir mehr Transparenz, beispielsweise durch die „EcoBeautyScore“-Initiative im Bereich der Kosmetikprodukte. Diese soll Verbraucher*innen helfen, fundierte und nachhaltige Entscheidungen bei der Auswahl von Kosmetikprodukten zu treffen.

1 Für tesa wurden keine Auswirkungen, Chancen und Risiken in diesem Bereich identifiziert, daher bezieht sich das Kapitel „ESRS S4 - Verbraucher*innen und Endnutzer*innen“ ausschließlich auf den Unternehmensbereich Consumer.

In vitro
In der Forschung bezieht sich „in vitro“ auf Experimente, die in einer kontrollierten künstlichen Umgebung außerhalb eines lebenden Organismus durchgeführt werden, zum Beispiel im Reagenzglas.
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