9. Ertragsteuern
Der Ertragsteueraufwand einschließlich der latenten Steuern setzt sich wie folgt zusammen:
|
|
2024 |
|
2025 |
|---|---|---|---|---|
Tatsächliche Ertragsteuern |
|
|
|
|
Deutschland |
|
159 |
|
143 |
International |
|
267 |
|
253 |
|
|
426 |
|
396 |
Latente Steuern |
|
-28 |
|
-3 |
Ertragsteuern |
|
398 |
|
393 |
Überleitung des tatsächlichen Ertragsteueraufwands
Der tatsächlich erfasste Ertragsteueraufwand liegt bei einer effektiven Steuerquote von 29,1 % (Vorjahr: 30,0 %) um 77 Mio. € (Vorjahr: 65 Mio. €) über dem erwarteten Ertragsteueraufwand. Der erwartete Steuersatz wird als gewichteter Durchschnitt aus den Steuersätzen der einzelnen Konzerngesellschaften ermittelt und beträgt 23,5 % (Vorjahr: 25,1 %).
Die Überleitung vom erwarteten zum tatsächlich erfassten Ertragsteueraufwand zeigt die folgende Tabelle:
|
|
2024 |
|
2025 |
|---|---|---|---|---|
Erwarteter Ertragsteueraufwand bei einem Steuersatz von 23,5 % (Vorjahr: 25,1 %) |
|
333 |
|
316 |
Steuern Vorjahre |
|
17 |
|
3 |
Steuerminderungen aufgrund steuerfreier Erträge |
|
-14 |
|
-8 |
Steuermehrungen aufgrund steuerlich nicht abzugsfähiger Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts |
|
3 |
|
— |
Steuermehrungen aufgrund sonstiger steuerlich nicht abzugsfähiger Aufwendungen |
|
71 |
|
103 |
Steuerminderungen aufgrund der Nutzung/Aktivierung bislang nicht angesetzter steuerlicher Verlustvorträge |
|
-16 |
|
-4 |
Steuermehrungen aufgrund der Nichtansetzung steuerlicher Verlustvorträge |
|
21 |
|
9 |
Steuersatzänderungen |
|
-5 |
|
-18 |
Sonstige Steuereffekte |
|
-12 |
|
-8 |
Tatsächlicher Ertragsteueraufwand |
|
398 |
|
393 |
Der Anstieg der nicht abzugsfähigen Aufwendungen um 32 Mio. € ist hauptsächlich auf erhöhte Quellensteuerbelastungen aus Dividenden sowie Lizenzen und anderen Leistungen zurückzuführen.
Von den latenten Steuererträgen in Höhe von 3 Mio. € (Vorjahr: 28 Mio. €) entfallen 0 Mio. € (Vorjahr: 10 Mio. €) auf Verlustvorträge und 3 Mio. € (Vorjahr: 18 Mio. €) auf temporäre Differenzen.
Der Konzern fällt weiterhin in den Anwendungsbereich der OECD Pillar Two-Model Rules. In den sonstigen Steuereffekten erfasst der Konzern einen laufenden Steueraufwand in Höhe von 3 Mio. € (Vorjahr: 1 Mio. €) für die Ergänzungssteuer im Zusammenhang mit der globalen Mindestbesteuerung.
Im Jahr 2025 wurde das „Gesetz für ein steuerliches Investitionssofortprogramm zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland“ verabschiedet. Dieses Gesetz sieht unter anderem eine schrittweise Absenkung des deutschen Körperschaftsteuersatzes von derzeit 15 % auf 10 % im Zeitraum 2028 bis 2032 vor.
Die aktiven und passiven latenten Steuern aus temporären Differenzen sowie aus steuerlichen Verlustvorträgen wurden daher mit dem Steuersatz bewertet, der zum Zeitpunkt der erwarteten Umkehr der jeweiligen temporären Differenzen bzw. der Nutzung der Verlustvorträge voraussichtlich gelten wird.
Aus der Neubewertung der latenten Steuern ergab sich im Geschäftsjahr ein Steuerertrag in Höhe von 20 Mio. €.
Es bestehen steuerliche Verlustvorträge und noch nicht genutzte Steuergutschriften in Höhe von 242 Mio. € (Vorjahr: 275 Mio. €), für die keine aktiven latenten Steuern bilanziert worden sind, deren Verfallsdaten nachfolgend dargestellt sind.
|
|
31.12.2024 |
|
31.12.2025 |
|---|---|---|---|---|
Verfallsdatum innerhalb von |
|
|
|
|
1 Jahr |
|
5 |
|
12 |
2 Jahren |
|
13 |
|
13 |
3 Jahren |
|
14 |
|
36 |
mehr als 3 Jahren |
|
107 |
|
44 |
Unbegrenzt vortragsfähig |
|
136 |
|
137 |
|
|
275 |
|
242 |
Bei der Ermittlung der Höhe der latenten Steueransprüche, die aktiviert werden können, ist eine wesentliche Ermessensausübung des Managements bezüglich des erwarteten Eintrittszeitpunkts und der Höhe des künftig zu versteuernden Einkommens erforderlich. Insgesamt waren latente Steueransprüche in Höhe von 74 Mio. € (Vorjahr: 49 Mio. €) bei Gesellschaften aktiviert worden, die im laufenden oder vorangegangenen Geschäftsjahr einen Verlust erwirtschaftet haben. Auf Basis positiver Einschätzungen der Geschäftsentwicklung wird davon ausgegangen, dass das künftige steuerliche Einkommen mit hinreichender Wahrscheinlichkeit ausreichen wird, um die aktivierten latenten Steuern realisieren zu können. Für die Beurteilung werden neben der Ergebnisentwicklung der Vergangenheit und Erwartungen für die Zukunft auch Strukturmaßnahmen berücksichtigt. Für temporäre Differenzen in Höhe von 101 Mio. € (Vorjahr: 112 Mio. €)1 wurde im laufenden Jahr keine aktive latente Steuer angesetzt, da deren Nutzung durch positive steuerliche Ergebnisse zum Bilanzstichtag in absehbarer Zeit nicht wahrscheinlich ist.
Die latenten Steuern betreffen die folgenden Bilanzpositionen und Sachverhalte:
|
|
Latente |
|
Latente |
||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
|
31.12.2024 |
|
31.12.2025 |
|
31.12.2024 |
|
31.12.2025 |
Langfristige Vermögenswerte |
|
42 |
|
63 |
|
118 |
|
113 |
Vorräte |
|
58 |
|
63 |
|
9 |
|
8 |
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte |
|
38 |
|
21 |
|
29 |
|
30 |
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen |
|
34 |
|
28 |
|
50 |
|
88 |
Übrige Rückstellungen |
|
106 |
|
91 |
|
2 |
|
2 |
Verbindlichkeiten |
|
91 |
|
87 |
|
8 |
|
13 |
Thesaurierte Gewinne |
|
— |
|
— |
|
15 |
|
21 |
Verlustvorträge |
|
52 |
|
52 |
|
— |
|
— |
|
|
421 |
|
405 |
|
231 |
|
275 |
Saldierungen |
|
-96 |
|
-88 |
|
-96 |
|
-88 |
Latente Steuern in der Bilanz |
|
325 |
|
317 |
|
135 |
|
187 |
Insgesamt ergab sich im Geschäftsjahr saldiert ein aktiver latenter Steueranspruch in Höhe von 130 Mio. € (Vorjahr: 190 Mio. €). Von der Veränderung in Höhe von 60 Mio. € (Vorjahr: 19 Mio. €) wurden 53 Mio. € erfolgsneutral und eigenkapitalmindernd gebildet (Vorjahr: eigenkapitalerhöhend 2 Mio. €). Die Veränderung der direkt im Eigenkapital bzw. im sonstigen Ergebnis erfassten latenten Steuern wurde in Höhe von -3 Mio. € (Vorjahr: 6 Mio. €) in der Cashflow-Hedge-Rücklage, -1 Mio. € (Vorjahr: -2 Mio. €) in der Rücklage für FVOCI Bewertete Fremdkapitalinstrumente, und -49 Mio. € (Vorjahr: -2 Mio. €) aus der Umbewertung von Pensionen innerhalb der Gewinnrücklagen erfasst. 3 Mio. € (Vorjahr: 28 Mio. €) wurden ertragswirksam erfasst. Währungseffekte beeinflussten die Position mit -10 Mio. € (Vorjahr: -11 Mio. €).
Auf thesaurierte Gewinne ausländischer Tochtergesellschaften werden grundsätzlich keine latenten Steuern abgegrenzt, da diese Gewinne aus heutiger Sicht in den Unternehmen permanent investiert bleiben sollen. Die Höhe dieser temporären Differenzen, auf die keine latenten Steuern angesetzt wurden, betrug 6.712 Mio. € (Vorjahr 6.185 Mio. €). In Fällen, in denen Ausschüttungen geplant sind, werden die steuerlichen Konsequenzen solcher Ausschüttungen abgegrenzt. Für die Berechnung wird der jeweils anzuwendende Quellensteuersatz, gegebenenfalls unter Berücksichtigung der deutschen Besteuerung von ausgeschütteten Dividenden, herangezogen. Im Berichtsjahr sind hierfür 21 Mio. € (Vorjahr: 15 Mio. €) passive latente Steuern angesetzt worden.
Einige unserer Tochtergesellschaften unterliegen aktuell Betriebsprüfungen. In Einklang mit IFRIC 23 sind strittige Steuerpositionen mit ihrem wahrscheinlichsten Zahlungsmittelabfluss angesetzt.
Die Ertragsteuerforderungen zum Bilanzstichtag resultieren aus Erstattungsansprüchen sowie Forderungen in Zusammenhang mit unsicheren Steuerpositionen nach IFRIC 23. In einem Fall hat die Finanzbehörde in Österreich einen angesetzten Liquidationsverlust steuerlich nicht anerkannt. Gegen die Bescheide der betroffenen Jahre haben wir Rechtsmittel eingelegt. Wir sind der Überzeugung, dass wir in dem Verfahren unsere Auffassung durchsetzen werden. Eine finale Entscheidung ist erst in einigen Jahren zu erwarten. Für diesen Fall haben wir Ertragsteuerforderungen in Höhe von 45 Mio. € (Vorjahr: 45 Mio. €) bilanziert.
1 Die Vorjahresangabe wurde angepasst, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten, da im Vorjahr die Angabe des Steuereffektes erfolgte (Vorjahr: 37 Mio. €).